Dank 3D-Software und CNC-Bearbeitungszentrum keine Grenzen

Bei Cluse ist einiges möglich

Alles ist möglich in der Tischlerei Cluse in Marbeck. Und wenn er sagt „alles“, dann meint Thomas Cluse auch alles. Man kann bei der Arbeit des Marbeckers von einem Paradebeispiel für Digitalisierung im Handwerk sprechen. Von der Armprothese, über Wandverkleidungen für U-Bahnen, einer Seilspannvorrichtung für die Reeperbahn in Hamburg, bis hin zu Handyhüllen und dem Kopf seines Sohnes – mit all seinen Gesichtszügen, entstanden aus einem Holzklotz. Das sind nur einige Beispiele der dreidimensionalen Werke des Marbeckers. In der Tischlerei Cluse wird mit komplexer 3D-Software und zwei 5-Achs-CNC-Bearbeitungszentren gearbeitet. Für seine Arbeit ist Thomas Cluse bis über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt.

Die Tischlerei Cluse gibt es bereits seit 1926, seit 1996 sitzt Thomas Cluse auf dem Chefsessel. Er übernahm von seinem Vater Alfred. „Mein Vater hat schon immer gesagt: Wenn ein Schreiner Rundungen macht, hört der Verdienst auf“ erinnert sich Thomas Cluse. Das Problem: Thomas Cluse mag keine Ecken. Er investierte daher in CNC-Technik und in Software. „Viele hätte das vermutlich abgeschreckt. Ich bin schließlich Schreiner und kein PC-Spezi“, sagt Cluse. Doch er kämpft sich durch, aus einem Hobby wurde Hingabe und der Beginn einer Erfolgsgeschichte. Er schafft es, das gute alte Holzhandwerk mit modernster Technologie zu verknüpfen. Die zunächst angeschaffte 3-Achs-Maschine reichte schon bald nicht mehr aus, die Wünsche der Kunden und sein Anspruch verlangten mehr.

2007 und 2015 wurden deshalb 5-Achs-Berabeitungszentren angeschafft. Seitdem sind den Gestaltungsmöglichkeiten kaum mehr Grenzen gesetzt. Cluses Entwürfe , die er allesamt im 3D-CAD erstellt, zeichnen sich durch räumliche Übergänge und gerundete Kantenverläufe aus. Das sprach sich herum, nicht nur die Fahrzeugindustrie Yachtenbauer und Hersteller aus dem Bereich Flugzeugbau lassen ihre Formteile bei ihm fräsen, auch außergewöhnliche Aufträge, wie der Abguss eines Rennfahrers oder die 3D-Daten einer sieben Meter langen Hand wurden bereits in Marbeck gefertigt.

Doch wie bekommt aus einem Holzklotz einen Kopf oder auch jedes andere erdenkliche Modell? „Zunächst wird das Objekt eingescannt mit einem 3D-Scanner. Danach arbeite ich mit der Modelliersoftware und arbeite Feinheiten wie Haare nach. Diese Daten werden dann an das CAD-Programm geschickt und eine Frässtrategie erstellt. 15 bis 20 Fräser, von groß bis klein, legen dann los“, erklärt Cluse.

Dank 3D-Software und CNC-Bearbeitungszentrum keine Grenzen

Mittlerweile ist Cluse hauptsächlich am Schreibtisch vor seinem PC vorzufinden, in der Werkstatt eher selten. Dort arbeiten seine Mitarbeiter an der „Wundermaschine“. „Jetzt ist die schönste Zeit. Ich kenne mich aus und habe den richtigen Weg gefunden“, sagt er. Sein Beruf sei einfach sein Leben. Die Leidenschaft hat Thomas Cluse an seinen Sohn Niklas weitergegeben. Der hat in Kürze seinen Gesellenbrief in der Tasche und steigt dann in den Familienbetrieb ein. „Ohne die Unterstützung meiner Frau Thia und meines tollen Teams wäre dieser Weg so nicht möglich gewesen“, blickt Thomas Cluse zurück. Eines war und ist ihm auch künftig wichtig: „Mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben.“

(Quelle: Handwerkzeitung 07/2017)

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